Rotterdamer Lösung für Leercontainer

Weltweit werden Güter anhand von 20 Millionen Seecontainern in alle Richtungen transportiert. Nach dem Löschen der Fracht am Bestimmungsort gelangen 40 % der Container auf dem Landweg und 20 % der Container auf dem Seeweg zurück. Das Rotterdamer Unternehmen K-tainer entwickelte ein nachhaltiges Konzept zur Vermeidung dieser unnötigen Kosten und der CO2-Emission: One-way-Container.

 

Die neuen und gebrauchten Container von K-tainer Trading und K-tainer Leasing sind kostengünstig. „Aber nicht, wenn wir sie leer versenden müssen. Dann schwindet der Vorteil schon, sobald der Container den Hafen verlässt. Und dabei ist der Umweltaspekt noch nicht berücksichtigt“, so Kees Kamerling, Direktor von K-tainer. Als erstes und vorläufig einziges Unternehmen der Welt fand das Rotterdamer Unternehmen eine Lösung, mit der man CO2-Emissionen einsparen und diese Einsparung dem Benutzer, der den Container transportiert, vollständig „zurückgeben“ kann. Zwischen dem Käufer und Verkäufer befindet sich nämlich bei K-tainer eine dritte Partei: das Transportunternehmen. Containerreedereien, Exporteure oder Speditionen dürfen die verkauften Container gratis 30 Tage nutzen, um sie dann nach dem Löschen der Fracht beim Käufer zurückzulassen.

Walter Ferreira K-tainer

Keine Retourladung

Diese Möglichkeit wird von einem vielfältigen Kundenkreis bereits in großem Maßstab genutzt. Der Vorteil für die Nutzer liegt darin, dass sie mit der „zurückgegebenen CO2-Reduktion“ ihre Logistikdienste auf nachhaltigere Weise anbieten. Wenn die Wirtschaft in Zukunft Gebühren pro t CO2-Emissionen zahlen muss, wird diese Reduktion Unternehmen auch tatsächlich eine Einsparung ermöglichen. Die One-way-Container sind eine Ergänzung der eigenen Ausrüstung von Transportunternehmen, insbesondere für den Teil der Container ohne Retourladung. „Angenommen, eine Reederei schickt jede Woche zehn Container nach Irland, hat aber nur genügend Ladung für sechs volle Retourcontainer. In diesem Fall ist es für die Reederei vorteilhaft, künftig vier unserer One-way-Container nach Irland mitzunehmen und dort zurückzulassen”, so Kamerling. Die Einsparung, die bei der CO2-Emission erzielt wird, kann der Kunde dann nutzen, um den eigenen CO2-Fußabdruck erheblich zu verringern.

 

K-tainer erhielt für das Konzept einen Lean & Green-Stern, eine internationale Auszeichnung für Unternehmen im Logistiksektor, die tatsächlich alle Möglichkeiten zur Senkung der CO2-Emissionen nutzen. Ein Transportunternehmen füllt einen Container, der sonst leer losgeschickt würde; zudem entfällt die Rücksendung eines Leercontainers nach dem Transport. Ein Wirtschaftsprüfer von Lean & Green prüfte die Berechnung von K-tainer, mit der das Unternehmen Kunden vorrechnet, wie viel CO2-Emissionen sie einsparen.

 

Einmalig gebraucht neu

K-tainer handelt sowohl mit gebrauchten als auch mit neuen Containern - oder eigentlich: einmalig gebraucht neu. „Wir lassen neue Container in China bauen, aber auch diese verschiffen wir natürlich nicht leer, sondern lassen sie von einem Partner mit Ladung transportieren. So ist es jedenfalls vorgesehen, wenn sich der derzeitige Containermarkt erholt hat.“ Nach Angaben von Kamerling war der Containersektor jahrelang ein recht stabiler Markt. Doch dann kam Corona. Containerfabriken in China – der Wiege der Containerherstellung – verzeichneten nahezu keine Bestellungen, da erwartet wurde, dass der Markt durch COVID-19 weiter einbricht.

 

Kamerling erläutert, wie Corona auch den Containermarkt aufwirbelte. „Mitte 2020 zog die Wirtschaft dann wieder stark an und wir sahen auch, dass die Produktion in China erhöht wurde”, sagt er. „Aufgrund der Zunahme des Ladungsaufkommens in Kombination mit Kapazitätsmangel bei den Reedereien entstand eine Marktwirkung, die die Preise für Fracht und Container in Rekordhöhe trieb. Derzeit herrscht immer noch ein großer Mangel an Containern und viele Häfen sind mit enormen Verspätungen konfrontiert. Für die Schiffe gibt es immer noch lange Wartezeiten, bis sie gelöscht werden, besonders in den USA und Europa. Dadurch kommt es zu weiteren Verspätungen und einem zunehmenden Mangel an Containern.

 

Ablauf

Inzwischen liegen Bestellungen von Reedereien und Leasinggesellschaften für mehrere hunderttausend Container bei den chinesischen Fabriken. Die Containerpreise sind mitbedingt durch den Preisanstieg bei Rohstoffen gestiegen und die Wartezeiten haben sich verlängert. „Zum Glück haben wir vorläufig noch einen guten Vorrat”, so Kamerling. „Der übliche Ablauf sieht allerdings auf einmal ganz anders aus, wenn ein Faktor wegfällt. Wir werden also in Zukunft kreativ sein müssen.”